DGUV V3 Prüffristen
Die DGUV Vorschrift 3 nennt keine starren Fristen, sondern Richtwerte – die tatsächliche Frist legt der Betrieb über die Gefährdungsbeurteilung fest. Was das konkret heißt, steht hier.
Artikel lesenZu wenig Abluft, keine Zuluft, Fett im Kanal: Die meisten Probleme in Gastro-Küchen sind Lüftungsprobleme. Welche Regeln gelten, was der Betreiber leisten muss und woran Anlagen scheitern.
Fritteuse, Grillplatte, Kombidämpfer und Herd geben unterschiedlich viel Wärme, Dampf und Fettaerosol ab. Die VDI 2052 rechnet daraus die nötige Abluftmenge je Haube. Wird pauschal ausgelegt, sind die Folgen typisch: Dampf am Deckenrand, Fettfilm auf allen Flächen, Hitze am Arbeitsplatz.
Über jeder Kochstelle mit Fett- oder Dampfentwicklung gehört eine Haube mit Aerosolabscheidern nach DIN EN 16282-6. Sie halten das Fett zurück, bevor es in den Kanal gelangt – das ist Brandschutz und Hygiene zugleich. Fettfilter müssen ohne Werkzeug entnehmbar und spülbar sein.
Küchenabluftleitungen führen Fett und gelten als besondere Brandlast. Die M-LüAR verlangt, dass sie durch Wände und Decken feuerwiderstandsfähig geführt werden – Brandschutzklappen sind in Küchenabluftleitungen nicht zulässig, weil Fett ihre Funktion beeinträchtigt. Stattdessen werden die Leitungen selbst brandschutztechnisch ausgeführt (z. B. L90-Leitungen) und mit Reinigungsöffnungen versehen.
Die Abluft ist so über Dach zu führen, dass Nachbarn nicht durch Geruch belästigt werden. Das ist einer der häufigsten Gründe für Beschwerden und behördliche Auflagen – und im Nachhinein teuer zu ändern. Aufstellort des Dachventilators, Ausblashöhe und Schallschutz gehören deshalb von Anfang an in die Planung.
Wo Luft abgesaugt wird, muss Luft nachströmen. Fehlt eine geregelte Zuluft, entsteht Unterdruck: Türen lassen sich schwer öffnen, es zieht an den Arbeitsplätzen, Gerüche werden aus der Küche in den Gastraum gezogen, und Gasgeräte können nicht sauber verbrennen. Die Zuluft sollte gefiltert, im Winter temperiert und so eingebracht werden, dass sie die Hauben nicht stört. Anlagen mit Wärmerückgewinnung senken die Betriebskosten spürbar.
Im Gastraum geht es um Luftqualität, Zugfreiheit und Geruch. Die Auslegung folgt der Personenzahl; die ASR A3.6 nennt als Orientierung Außenluftraten je Person. In Verbindung mit der Küche ist die Druckhaltung entscheidend: Der Gastraum sollte gegenüber der Küche im leichten Überdruck stehen, damit Küchengerüche dort bleiben, wo sie entstehen.
Wir beginnen mit der Gerätebestückung und dem Betriebsablauf, rechnen die Abluftmengen nach VDI 2052, klären Abluftweg, Brandschutz und Zuluft und stimmen die Elektro-Schnittstellen ab. Bei Filialbetrieben legen wir den Standard einmal fest und wiederholen ihn an jedem Standort. Für bestehende Küchen bewerten wir die Anlage vor Ort und sagen klar, was reicht, was nachzurüsten ist und was gegen Auflagen verstößt.
Sobald gewerblich gekocht, gebraten oder frittiert wird, ja. Die Anforderungen skalieren mit der Gerätebestückung – eine kleine Küche mit einem Kombidämpfer braucht deutlich weniger Abluft als eine Grillstation, aber nicht keine.
Fettfilter je nach Betrieb täglich bis wöchentlich, Kanäle und Ventilatoren nach Verschmutzungsgrad – bei starkem Frittier- und Grillbetrieb mehrmals im Jahr. Maßgeblich ist die Sichtprüfung über die Reinigungsöffnungen, dokumentiert im Wartungsplan.
Außerhalb der Betriebszeit ja; sinnvoll ist ein Nachlauf nach Küchenschluss, damit Restwärme und Feuchte abgeführt werden. Eine Zeitsteuerung mit reduzierter Stufe spart Energie, ohne die Hygiene zu gefährden.
Das hängt von Gerätebestückung, Abluftweg, Brandschutzanforderungen und Zuluft mit Wärmerückgewinnung ab – zwischen einer nachgerüsteten Haube und einer kompletten Anlage mit Dachventilator liegt ein großer Bereich. Nach einer Begehung nennen wir einen belastbaren Rahmen.
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